La Colline: Hauptverhandlung vor Bundesgericht geht weiter

Naturschutzgebiet in kulturell einzigartiger Umgebung trotzdem gefährdet

Aktuell

  • Mitte November wird das Gesuch von Helvetia Nostra/Fondation Franz Weber um vorsorgliche Schutzmassnahmen durch einen Bundesrichter nach nur summarischer Prüfung abgelehnt.
  • Nun folgt die inhaltliche Abklärung des Falles vor Bundesgericht, welches anschliessend ein Urteil in der Sache fällen wird. Die Hauptverhandlung steht somit erst noch bevor. Die Fondation Franz Weber ist aufgrund der rechtlichen Ausgangslage zuversichtlich, dass das Bundesgericht diesem einmaligen Natur- und Kulturraum den durch die Bundesverfassung und das eidgenössische Natur- und Heimatschutzgesetz garantierten Schutz gewährt.
  • Somit besteht jetzt die bedauerliche Situation, dass in der Hauptverhandlung weiterhin die Chance auf gesetzeskonformen Schutz von Natur und Kultur besteht, das Naturschutzgebiet jedoch durch Bauarbeiten während des Verfahrens schon schweren Schaden nehmen dürfte.
  • Diese Gefährdung des Naturschutzgebietes durch die geplanten Bauarbeiten belegen mittlerweile zwei Fachgutachten zweier verschiedener renommierter Biologen. Wir werden Sie via Newsletter über die in Kürze geplante Aufschaltung des zweiten Gutachtens informieren.
  • Ein fundiert recherchierter Artikel der Basler Zeitung zur aktuellen Situation erschien am 14. November.

Vorgeschichte

  • Das Naturschutzgebiet „Schwinbach-Aue“ droht gemäss Fachgutachten durch das Bauprojekt La Colline trockengelegt und dadurch zerstört zu werden. Die Zerstörung eines Naturschutzgebietes ist gesetzeswidrig.
  • Auf diese Gefahr wurde seit 2013 per Einsprache hingewiesen. Trotzdem wurde diese Gefahr auf keiner Stufe des Einspracheverfahrens naturschutzfachlich geprüft. Die Fondation Franz Weber/Helvetia Nostra hat daher am 27.12.2019 in einem Antrag an den Regierungsrat BL unter anderem die Überprüfung des Bauprojekts verlangt.
  • Am 9. September 2020 hat die Fondation Franz Weber/Helvetia Nostra und die Initiative Natur- und Kulturraum Dornach-Arlesheim in einem offenen Brief an den Regierungsrat BL um einen Runden Tisch mit allen Beteiligten gebeten. Gemeinsam sollen Lösungen erarbeitet werden, welche dem Natur- und Kulturgüterschutz Rechnung tragen.
  • Noch am gleichen Tag bestätigte der Regierungsrat BL, dass sich die kantonale Bau- und Umweltschutzdirektion der Thematik annehmen werde.
  • Am 10. September wurde noch während des laufenden Verfahrens vor Kantonsgericht bereits mit dem Abtragen des Oberbodens durch Bagger begonnen. Durch den Baubeginn kam es trotz des noch ausstehenden Urteils zur Zerstörung wertvoller Feuchtlebensräume auf der Bauparzelle.
  • Am 19. September organisierte die Initiative Natur- und Kulturraum Dornach-Arlesheim aufgrund des Baubeginns eine festliche Demonstration für das bedrohte Naturschutzgebiet „Schwinbach-Aue“.
  • Am 7. Oktober verfügte das Bundesgericht den vorläufigen Baustopp für „La Colline/Uf der Höchi“. Gemäss diesem Entscheid sind bis auf Weiteres sämtliche Änderungen an Vegetation und Terrain sowohl auf dem Areal La Colline wie auf dem Quartierplanperimeter Schwinbach Süd per sofort untersagt.
  • Ausführliche Berichterstattung zum vorläufigen Baustopp: Artikel in der BaZ, Artikel in der bz.
  • Weitere Informationen zu Konflikten des Bauprojekts La Colline mit dem Natur- und Kulturgüterschutz finden Sie unter Hintergrund.

Internationale Petition – Sammelfrist verlängert!

Unterstützen Sie den Antrag der Fondation Franz Weber/Helvetia Nostra an den Regierungsrat Basel-Landschaft zum Schutz des einmaligen Natur- und Kulturraums Dornach-Arlesheim, zwischen Goetheanum und Ermitage!
Unterschreiben können alle, unabhängig von Wohnort, Nationalität und Alter.

Was wollen wir?

 

Angesichts der Gefährdung eines ökologisch wertvollen Gebietes sowie eines nationalen Kulturgutes mit internationaler Ausstrahlung möchten wir eine möglichst breite öffentliche Diskussion anstossen.

Wir fordern die Überprüfung der zwei Grossbauprojekte „Schwinbach Süd“ sowie „La Colline – Auf der Höhe“ in Arlesheim durch entsprechende Fachstellen unter Berücksichtigung der bestehenden Naturwerte, der Schönheit des Landschaftsbildes sowie des unmittelbar benachbarten Goetheanumareals als nationales Kulturdenkmal.

  • Zusammen mit der Fondation Franz Weber, dem WWF Region Basel sowie dem Arlesheimer Naturschutzverein und dem Dornacher Natur- und Vogelschutzverein erachten wir die Erhebung der Naturwerte (Naturinventar) als Entscheidungsgrundlage für jedes weitere Vorgehen als unbedingt notwendig. Wir stützen uns dabei auf das Gesetz über den Natur- und Landschaftsschutz des Kantons Baselland, welches ein solches Naturinventar bei Nutzungsplanungen fordert.
  • Angesichts der nationalen und internationalen Bedeutung des architektonischen Kulturgutes sowie dessen Lage direkt an der Kantonsgrenze ist bei der denkmalpflegerischen Überprüfung die bisher unterbliebene interkantonale Zusammenarbeit unabdingbar.

Ziel ist ein respektvoller Umgang mit diesem ökologisch wertvollen Gebiet und dem einzigartigen landschaftlichen und architektonischen Kulturgut.

Worum geht es?

Das Grenzgebiet Dornach-Arlesheim entlang des Schwinbaches liegt eingebettet in eine sanfte, durchgrünte Hügellandschaft mit ausgedehnten naturnahen Gärten, einem grossen wertvollen Baumbestand sowie geschützten Feuchtgebieten. Das Gebiet verfügt über einen grossen Reichtum an Pflanzen und Tieren, die teils als seltene und gefährdete Arten unter Schutz stehen. In diesem ökologisch und landschaftlich wertvollen Gebiet steht im Kanton Solothurn (Dornach) das Goetheanum als einzigartiges, national geschütztes Kulturgut mit internationaler Ausstrahlung, direkt an der Grenze zu Baselland (Arlesheim). Es ist umgeben von einer Vielzahl weiterer herausragender Beispiele der plastisch-organischen Architektur. Das „Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung“ (ISOS) erfasst das Goetheanum sowie viele weitere Umgebungsbauten unter dem höchstmöglichen Erhaltungsziel.

In den Augen des Initiativkomitees sind dieses Gesamtkunstwerk von sorgfältig auf die Landschaft abgestimmten, architektonisch einzigartigen Bauwerken sowie die bedeutenden Naturwerte durch zwei Grossbauprojekte auf der Nordseite des Goetheanums gefährdet. Geplant sind am Fuss des Goetheanumhügels auf einem Areal von rund 25’500 m2 zwei ausgedehnte Überbauungen, einerseits das Projekt „La Colline“ mit 29 Wohnungen und 16 Reiheneinfamilienhäusern, anderseits eine Überbauung auf dem Areal „Schwinbach Süd“ mit knapp 60 Wohnungen. Beide Projekte sind im Kanton Baselland situiert, direkt an der Kantonsgrenze zu Solothurn unmittelbar nördlich des Goetheanums.

Aus Sicht des Initiativkomitees verletzen diese zwei Bauprojekte den Umgebungsschutz als integralen Bestandteil eines effektiven Denkmalschutzes. Die südlichsten Gebäude der Überbauung werden sehr nahe den von Rudolf Steiner entworfenen Bauten des Glashauses, des Verlagshauses und des Heizhauses mit seinem weitherum sichtbaren Kamin zu liegen kommen. Es ist davon auszugehen, dass durch die insgesamt 14 geplanten Wohnblöcke der einzigartige Gesamteindruck des Goetheanumareals mit seinen plastisch-organischen Gebäuden von Norden her verloren ginge.

Gleichzeitig ist im Hinblick auf das nördlich an das Goetheanum anschliessende Gemeindegebiet von Arlesheim eine irreversible Zerstörung des einmaligen Landschaftsbildes Richtung Ermitage und Burg Birseck als kantonal geschütztes Kulturdenkmal zu befürchten. Schliesslich handelt es sich beim Schwinbachareal um ein ökologisch wertvolles Gebiet mit einem grossen Reichtum an Tieren und Pflanzen, welches bei Umsetzung des geplanten Bauprojektes zum grössten Teil verloren ginge.

Somit bestehen gegen die beiden Grossbauprojekte in ihrer jetzigen Form von Seiten des Initiativkomitees schwere Bedenken sowohl aus Sicht des Landschafts- und Denkmalschutzes sowie des Naturschutzes.

Blick vom Goetheanum Richtung Arlesheim auf das ausgesteckte Bauprojekt „La Colline“. Im Vordergrund das Glashaus (links) sowie das Verlagshaus.

Blick von „Uf dr Höchi“ Richtung Goetheanum mit dem weit herum sichtbaren Kamin des Heizhauses. Unmittelbar davor das ausgesteckte Bauprojekt „La Colline“.

Areal „Schwinbach Süd“ mit freier Sicht auf das Goetheanum (Bauprojekt noch nicht ausgesteckt).

Nachfolgend ein Lageplan mit den markierten Grundstücksflächen der zwei geplanten Bauprojekte in Arlesheim BL, unmittelbar an der Grenze zu Dornach SO.

Wer sind wir?

 

Wir sind Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten, die sich aus privater Initiative zusammengeschlossen haben im Dienste des Naturschutzes sowie des Landschafts- und Denkmalschutzes in der Grenzregion Dornach-Arlesheim.

Die Initiative ist unabhängig von anderen Organisationen und verfolgt keine privaten Interessen.

 

Für das Initiativkomitee

Nicole Huber, Dr. med., Arlesheim
Ueli Steiger, Ingenieur MSc ETH, Zürich
Michael Lindenmaier, MSc Geographie, Dornach
Martina Landert, Disponentin, Zürich
Gaëtan Milliard, Dipl.-Ing., Neuchâtel
Simon Steiger, Umweltwissenschaftler MSc ETH, Uster
Jonas Rohloff, MSc, IT-Projektleiter, Freiburg i.Br.

Newsletter

 

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